Die Situation

Uber, WeWork oder Airbnb. Alles Unternehmen, die für Schlagzeilen sorgen und, die erst vor kurzem für mehrere Milliarden an die Börse gegangen sind oder zu mindestens immer wieder mit einem Börsengang in Verbindung gebracht werden. Das Wachstum dieser Unternehmen ist exorbitant. Außerdem werden die jungen Unternehmen mit mehreren Milliarden bewertet. Dies fühlt sich für den normalen Bürger sehr surreal an. Ist eine so hohe Bewertung gerechtfertigt? Wie lässt sich das starke Wachstum einordnen?

Fakt ist, diese Unternehmen erfüllen voll und ganz die Definition eines Startups:

  1. Junge Unternehmen: Uber (2009), WeWork (2010), Airbnb (2008)
  2. Sie streben hohes Wachstum an: Beispiel Uber („2018 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 42 Prozent“), Airbnb („Das sei ein Anstieg um 31 Prozent verglichen mit demselben Vorjahreszeitraum.“)
  3. Dafür benötigen sie eine Menge Fremdkapital: Ubers Börsengang (Einnahmen i.H.v. 8,1 Milliarden Dollar), Großinvestoren, wie z.B. die japanische Softbank, die u.a. WeWork immer wieder mit mehreren Milliarden füttert

Wachstum um jeden Preis?

Alle diese berühmten Startups, diese sogenannten (Unicorns), sind jedoch keineswegs profitabel. Es werden Schulden gemacht, um die Expansion weiter voranzutreiben und, um das hohe Wachstum liefern zu können. Wachstum um jeden Preis? So sieht es für den objektiven Betrachter zu mindestens aus. Es wird sehr viel Geld „verbrannt“, um neue Märkte zu erschließen, neue Geschäftsmodelle anzugliedern (z.b. Uber Eats) oder die Marktdominanz auszubauen. Beispiel Uber in Deutschland: Für Uber – aufgrund der Regulationen – ein sehr schwieriger Markt. Jedoch versucht Uber durch Rabattaktionen und durch Subvention der eigenen Fahrer auf Teufel komm raus in den deutschen Markt zu drängen und weiteres Wachstum zu erzeugen. Ist das gesund?

Negativbeispiel Vapiano

Ein sehr bekanntes Beispiel für ungesundes Wachstum ist das Unternehmen Vapiano. Vapiano würde ich zwar nicht mehr als Startup bezeichnen (Gründung 2002), jedoch zeigt Vapiano wie schädlich eine stark expansive Unternehmensausrichtung sein kann. Auch Vapiano ging im Jahr 2017 an die Börse um weiteres Fremdkapital (184 Millionen Euro) für die Ausweitung ihres Geschäftes einzusammeln. Das Unternehmen betreibt laut eigenen Angaben „weltweit über 230 VAPIANOs in 33 Ländern auf fünf Kontinenten“.
Im Mai diesen Jahres wurde es sehr eng für Vapiano. Gerade so wurde ihnen noch ein Kredit i.H.v. 30 Millionen Euro gewährt. Viele Filialen müssen wieder geschlossen werden. Vapiano ist ein Beispiel dafür, dass ein Unternehmen nicht um jeden Preis wachsen muss. Wichtiger ist eine nachhaltige Strategie, um Wachstum zu generieren.

WeWork

Auch WeWork, ein klassisches Startup, ist ein negatives Beispiel für Überbewertung und zu schnelles Wachstum. WeWork mietet in vielen Teilen der Welt Büroflächen an, hübscht diese auf und vermietet die Büroflächen dann an Einzelpersonen oder Unternehmen weiter. Ein Geschäftsmodell, welches an sich keine hoch innovative Idee ist. Auch weil der Großinvestor, die japanische Softbank, hinter diesem Projekt steht, ist es WeWork möglich in die internationalen Märkte vorzustoßen und in kurzer Zeit eine Marke aufzubauen. Auch WeWork wollte für mehrere Milliarden an die Börse gehen. Der Versuch scheiterte jedoch. Wachstum ist schön und genau das was Investoren sehen wollen, aber irgendwann wollen die Investoren auch Geld mit ihren getätigten Investition verdienen. Dann muss geliefert werden und die Frage ist, wie lange halten die Investoren an der Geschäftsidee fest und wie lange versorgen sie das Unternehmen noch mit frischem Kapital?

Nachhaltiges Wachstum ist der Schlüssel

Die Geschichten von Uber und Co hören sich toll an. Milliarden hier Milliarden da. Aber was ist, wenn die Investoren die Geduld verlieren und nicht mehr daran glauben, dass das Geschäftsmodell irgendwann einmal Profit abwerfen kann? Es könnte passieren, dass Investoren ihr Geld abziehen und es für diese Unternehmen ganz schnell sehr düster am goldigen Startup Himmel wird. Beispiele wie Airbnb, die laut einem Bericht der «Finanical Times» 2017 vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen rund 100
Millionen Dollar verdient haben, zeigen, dass es sehr wichtig ist nachhaltig zu wachsen. Wachstum ist wichtig und die Finanzierung durch Fremdkapital ebenfalls, aber man sollte nie das Ziel der Profitabilität aus den Augen verlieren. Irgendwann einmal soll ein Unternehmen Profite abwerfen und zu einem großen Teil auf eigenen Beinen stehen.

Author Kai Aichinger

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