Christian Lindner schreibt in seinem Buch die >>Schattenjahre: Die Rückkehr des politischen Liberalismus<< über den Erfolg, den Fall und das Wiedererstarken der Freien Demokratischen Partei (FDP) zwischen 2010 und 2017. Immer wieder thematisiert er in diesem Buch auch die Gründungskultur in Deutschland. Geprägt von bürokratischen Hürden, fällt es schwer das eigene Unternehmen zu gründen. Aber auch Christian Lindner hat in frühen Jahren ein eigene Werbeagentur und später ein Startup (sprachgesteuerte Suchmaschine) gegründet. Ein Investor steuerte Millionen bei. Nach der geplatzten DotCom Blase im Jahre 2001 jedoch, stand das Unternehmen vor dem aus. Ist Christian Lindner für immer gescheitert? Ist es schlimm zu scheitern? Was kommt danach?

Ich habe das Gefühl, dass v.a. die Deutschen ein sehr schadenfrohes Volk sind. Menschen erfreuen sich am scheitern Anderer. Wenn Gründer mit noch so absurden Ideen scheitern, ergötzen sich die Deutschen daran. Warum?

Das Gründen und der Schritt in die Selbständigkeit erfordern eine große Menge Mut, Disziplin und Durchhaltevermögen. Die Menschen sollten lieber unterstützen, fördern und sich an den Erfolgen der mutigen Gründer dort draußen erfreuen. Die Gründungskultur ist einer der wichtigsten wirtschaftlichen Treiber eines Landes. Neugründungen schaffen Innovationen und v.a. die Jobs von Morgen.

Die Gründung eines Unternehmens, egal welcher Größe, erfordert Selbständigkeit, die „Macher“-Mentalität und Selbstvertrauen. Auf dem Weg vom ersten Behördengang über die Entwicklung des Produktes bis hin zu den ersten erfolgreichen Verkäufen gibt es eine Menge zu lernen. Die Persönlichkeit wird geprägt, betriebswirtschaftliche Aspekte werden ausgebildet und eine Menge Lebenserfahrung wird gesammelt. Aber auch wenn das Unternehmen später nicht erfolgreich ist? Zum Glück kann einem niemand seine gesammelten Erfahrungen mehr nehmen. Vielleicht ist es der Neid, der die Deutschen so schadenfroh macht. Es zählt jedoch nur eins: Auch wenn man scheitert, sich von seinem Weg nicht abbringen lassen, immer nach vorne zu schauen und auch wenn man fällt wieder auf zu stehen. Ja, auch das Scheitern bringt eine Menge Erfahrungen mit sich. Das Beispiel Christian Lindner zeigt, dass Scheitern dazu da ist zu lernen und wieder aufzustehen, neue Dinge anzupacken und voran zu treiben. Vielleicht in einer anderen Branche mit einer anderen Idee, aber das macht doch nichts?!

Die Deutsche Gründerkultur und das Mindset der Menschen generell muss sich ändern. Die Gründung eines eigenen Unternehmens muss weiter vereinfacht werden und gleichzeitig so attraktiv wie möglich beworben werden. Deutschland braucht mehr MACHER und weniger Menschen, die misstrauisch, voller Bedenken und schadenfroh sind. Wir brauchen Menschen, die etwas bewegen wollen, die anpacken und die sich nicht unterkriegen lassen, auch wenn sie mal scheitern. Denn Scheitern gehört im Leben dazu!

Author Kai Aichinger

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