Heute habe ich die Gelegenheit mit Björn von der „Sperling“ zu quatschen. Hallo Björn! Damit die Leute, die dieses Interview lesen überhaupt wissen, was Ihr macht, erzähl doch einfach mal ein bisschen über Sperling.

Auf den ersten Blick sind wir eine klassische Taschen-Firma. Auf den zweiten Blick sind wir viel mehr!
Alle unsere Produkte enthalten Elemente aus Naturkork, welches DIE Alternative zu Leder ist. Durch die Kombination nachhaltiger Materialien mit einer verantwortungsbewussten Produktion und einem Design, das auch unsere junge Generation anspricht, möchten wir neue Wege gehen. Wir wissen, dass Umweltbewusstsein heute so wichtig ist, wie nie zuvor und möchten unserem Planeten daher etwas zurückgeben. Dafür planen wir in Zukunft spannende Projekte, von denen wir jetzt noch nicht zu viel verraten wollen.

Damit trefft Ihr wahrscheinlich gerade genau den Zahn der Zeit. Gerade in Zeiten der „Friday for Future“ Bewegung oder jetzt den Waldbränden im Amazonas. Nachhaltige Materialien werden den Menschen immer wichtiger. Aber wie seid Ihr denn eigentlich auf diese schöne Idee gekommen?

Wie wahrscheinlich bei den meisten Startups, fing auch bei uns alles aus privater Motivation an. Katharina – meine Mitgründerin – war auf der Suche nach einem schicken und funktionalen Rucksack. Dieser sollte einerseits nicht aus Leder sein, weil sie den Gedanken die Haut eines toten Tieres mit sich zu tragen, nicht unterstützen wollte und andererseits auch nicht direkt wie ein Wanderrucksack mit dutzenden Karabinern aussehen. Etwas Elegantes und Nachhaltiges für die Uni und die Freizeit sollte es sein. Da es nur wenig bis gar keine Auswahl gab, mussten wir eben selber aktiv werden. Bei der Recherche nach Alternativen sind wir auf Kork gestoßen und haben einfach mal losgelegt.

Okay, Kork als Alternative zu Leder. Klingt gut, aber ist es das Einzige, was Euer Produkt so besonders macht? Aus welchen Gründen sollte ich Euer Produkt noch kaufen? Ihr seid nicht die Einzigen, die Taschen mit Kork Elementen anbieten?

Bei uns kauft man eben kein einfaches „Produkt“. Ehrlicherweise sind wir manchmal schon fast etwas gekränkt, wenn jemand unsere Taschen als Produkt bezeichnet, auch wenn das natürlich gar nicht böse gemeint ist.
Wir möchten unsere Sperlinge mit einem Lebensgefühl verbinden: Wir setzen mit unserer Marke zu einem Flug an, der uns zu neuen Abenteuern bringt und geltende Normen hinter sich lässt.
Daher stehen unsere Taschen immer in Verbindung mit der Aufklärung dahinter. Wir arbeiten daran alles so transparent wie möglich zu machen und möchten unsere Kunden zum Beispiel mit auf die Reise vom Anbauort des Korks bis zur Produktion und den Leuten, die jeden Tag mit viel Liebe an jedem einzelnen Sperling nähen, mitnehmen.
Dabei ist es aber eben die Kombination, die unsere Produkte ausmacht. Auch wenn man (noch) nichts mit Nachhaltigkeit am Hut hat, möchten wir, dass unsere Sachen mit Optik und Funktion überzeugen und eben nicht mit erhobenem Zeigefinger Probleme anprangern.

Ihr wollt also eine Botschaft senden, die die Leute zum Nachdenken anregen soll?

Wir wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit kein Kompromiss,
sondern eine echte Alternative ist, für die man auf nichts verzichten muss!
Unsere Schritte haben Pionier-Charakter und wir hoffen, dass uns sowohl viele
Kunden als auch Unternehmen folgen und erkennen, wie wichtig es ist, sich
sowohl um die Menschen in der Produktion als auch um unseren Planeten zu
kümmern.

Das ist eine Tolle Idee. Es ist wichtig, dass es Unternehmer wie Euch gibt, die das Thema Nachhaltigkeit vorantreiben und publizieren! Wie geht es denn mit Euch weiter? Was sind die Ziele? Wo soll es hingehen?

„Sperling“ soll in den nächsten Jahren zu einem Synonym für
verantwortungsvolle Taschen, Rucksäcke und Accessoires werden. Wir möchten,
dass unsere Marke der erste Gedanke ist, wenn es um Textilien geht, die mit
Optik, Funktion und transparenter Wertschöpfungskette überzeugen.

Mir gefällt Euer selbstbewusstes Auftreten! Ich bin sehr gespannt, wo Eure Reise hingeht. Das liegt aber alles in der Zukunft. Wie viel Umsatz habt Ihr den bis Heute erzielt?

Wir messen unseren Erfolg nicht mit Umsätzen. Sicherlich müssen wir uns am Ende auch finanzieren, aber aktuell ist es so, dass wir noch nicht von der Firma leben, sondern möglichst viel reinvestieren. Derzeit sind wir auf den Aufbau nachhaltiger Strukturen und den Aufbau eines Teams, das sich mit unseren Werten identifizieren kann fokussiert, wobei die rein finanziellen Aspekte sehr in den Hintergrund rücken.

Vielen vielen Dank für Deine Zeit und das nette Gespräch. Ich wünsche Euch weiterhin viel Erfolg! Zum Schluss würde ich aber gerne noch wissen, ob es eine prägende Erfahrung gibt, die Du gerne mit den Lesern teilen möchtest?

Die wichtigste Erfahrung, die man jedem mit auf den Weg geben sollte, ist wohl die, dass man selbst möglichst viele Erfahrungen sammeln sollte .
Manchmal muss man eine Idee einfach in die Tat umsetzen und herumspinnen. Wer weiß, was sich daraus entwickelt.

Author Kai Aichinger

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